Auf wen verlassen wir uns?
veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen
Bei Gott steht die Kraft zu helfen und fallen zu lassen. (2. Chronik 25,8)
Amazja ist ein König Judas von 796-767 v.Chr. , der zunächst gut beginnt, wie so viele vor und nach ihm. Und dann will er in den Krieg ziehen und stellt fest, dass er vielleicht nicht genug Truppen hat und heuert vom israelischen Nordreich noch Söldner an. Ein Prophet weist ihn dann darauf hin, dass seine Sicherheit, seine Stärke nicht in seiner eigenen Kraft noch in der überlegenen Zahl seiner Kämpfer sein sollte.
Er schickt die Söldner dann zurück, die aber in seiner folgenden Abwesenheit sein Grenzgebiet plündernd und mordend durchziehen, während er eine erfolgreiche Kampagne gegen Edom durchführt.
Aber er nimmt die Götter der Edomiter mit. Es ist nicht auszuschließen, dass er, als er hört, was diese Söldner seinem Volk angetan haben, sich erzürnt von Gott abwendet und den Göttern der Edomiter, die er gerade geschlagen hatte, zuwendet.
Manchmal, wenn wir uns entschieden haben unser Leben ganz auf Gott und seinen Willen hin auszurichten, erleben wir, dass wir uns in Schwierigkeiten befinden.Und wir fragen uns:
Wie konnte das passieren?
Hat Gott uns allein gelassen?
Ist es vielleicht doch sinnlos sich auf Gott einzulassen?
Warum hat Gott es zugelassen, dass die marodierenden Söldner die Grenzregion verwüsten?
Gott lässt offensichtlich diese Dinge aus unterschiedlichen Gründen zu, Gründe die auf der Hand liegen, wie die, dass er sehen will, ob wir ihm auch treu sind, auch wenn es mal eng wird, nicht alles so glattläuft, wie wir uns das wünschen.
Vielleicht sollte Amazja auch sehen, wen er da eigentlich angeheuert hatte, um sich solche Aktionen vorher zu überlegen und vielleicht Gott und seinen Rat zu suchen.
Auf alle Fälle zeigt die weitere Geschichte, dass Amazja diesen Test nicht besteht. Nicht allein wirft er sich vor den Göttern nieder, die sich bei den Edomitern als nutzlos erwiesen haben, er weigert sich fürderhin auf den Propheten Gottes zu hören. Und stürzt sich in ein militärisches Abenteuer gegen den König des Nordreichs, das er verliert.
Gott prüft uns in unserem Leben immer wieder. Nicht so sehr, um zu sehen, wie wir reagieren und ob wir uns bewähren, sondern in der Hauptsache, um uns zu zeigen, wo wir stehen. Denn allzu oft sehen wir uns in einem besseren Licht als wir wirklich sind. Aber wenn wir wirklich wachsen und vorwärtskommen wollen, dann müssen wir eine realistische Sicht und Wahrnehmung von uns bekommen, um zu wissen, was uns noch fehlt.
Amazja hätte sich unter Gott demütigen, ihn um Verzeihung bitten und sich ganz ihm ausliefern können und Gott hätte ihn mit Sicherheit wieder angenommen und weiter geführt.
Gott liebt es, uns gnädig zu sein, wenn wir erkennen, dass wir seine Gnade brauchen.
Das zu erkennen ist wahrscheinlich die wichtigste Lektion unseres Lebens überhaupt. Denn wir können nur wirklich wachsen, wenn wir uns von Gott an der Hand nehmen lassen, in seiner und durch seine Gnade wachsen, immer mehr in die Menschen hineinwachsen, die wir nach seinem Willen sein sollen.
Dann erleben wir, dass wir mit Gott immer in der Übermacht sind, selbst wenn wir mit ihm allein sind.
Die ganze Stadt Nazareth war nicht in der Lage Jesus zu überwinden, als er von den Klippen weg durch sie hindurchschritt. Sie konnten ihn nicht die Klippen hinunterwerfen. Niemand kann Gott und denen, mit denen er ist, widerstehen.
In seiner Kraft steht es immer zu helfen, wenn er es für notwendig erachtet. Und wenn wir meinen wir könnten ohne ihn, dann wird uns keine Macht dieser Welt gegen ihn helfen können.
Foto von James Wheeler: https://www.pexels.com/de-de/foto/foto-des-weges-umgeben-von-tannenbaumen-1578750/Weiterlesen