Die neue Existenz
veröffentlicht in Sonntagsblog
Jesus kam, obwohl die Türen verschlossen waren, und er trat in ihre Mitte und sprach: Friede sei mit euch! Johannes 20,26
Wer Krimis liebt, der stellt fest, dass hier ein Thema angesprochen wird, das in vielen Krimis schon ein zentraler Punkt war. Der Fall scheint klar. Das Opfer liegt mit der Waffe in der Hand über dem Schreibtisch, die Fenster unversehrt, die Tür von innen verschlossen. Ein Abschiedsbrief liegt auch noch da. Ganz offensichtlich eine Selbsttötung. Denn wie sollte jemand anderes als der Verstorbene als Täter in Frage kommen. Da niemand durch geschlossene Türen gehen kann geschweige denn durch Mauern.
Wir lesen also hier in unserem Vers etwas, was ganz offensichtlich nicht sein kann. Das war auch den Menschen klar, die das erlebten. Und dennoch berichteten sie es. Sie haben es erlebt, nicht nur einmal. Jesus kam und ging wie es ihm beliebte. Tat der das, weil er Gott war?
Die Jünger dachten zunächst sie würden ein Gespenst, einen Geist sehen. Das wäre eine noch denkbare Erklärung. Wenngleich sie wahrscheinlich auch keine Erfahrung mit solchen Phänomenen hatten. Wer von uns hat schon mal einen Geist gesehen?
Aber das ist es, was sie denken. Und damit Jesus ihre Bedenken zerstreuen kann, bittet er sie darum, etwas von ihrem Nachtmahl abzubekommen. Geister / Gespenster essen nichts.
Und der abwesende Jünger Thomas ist von den Berichten genauso wenig überzeugt, wie es die anderen Jünger, falls abwesend, gewesen wären. Thomas ist deshalb nicht weniger gläubig als seine Kollegen, auch wenn ihm das Attribut „der Ungläubige“ angehängt wurde.
Niemand, der es nicht erlebt hat, kann es glauben. Deshalb hat sich Jesus über 500 Menschen gezeigt, damit die schiere Anzahl der Zeugen ausreichen möge an seine Auferstehung zu glauben.
Aber wie wir wissen, finden es die Menschen bis zum heutigen Tag schwer, an die Auferstehung Jesu zu glauben und dass er tatsächlich durch verschlossene Türen gehen konnte.
Aber wie erklären wir es uns, wenn wir davon ausgehen, dass Jesus auferstanden ist und einen Körper hatte, der essen und trinken konnte.
Es geht nur, wenn wir davon ausgehen, dass er schon den Auferstehungskörper bekommen hatte, den auch wir, wenn wir auferstehen, bekommen werden. Dieser Körper ist nicht mehr gebunden an die physikalischen Gesetze dieser vergänglichen Welt.
Wir bekommen also hier eine „Sneak Preview“ auf unsere eigene Zukunft.
Jesu Auferstehung ist die Erste ihrer Art, aber nicht die Letzte. Deshalb spricht von ihm die Bibel auch als dem „Erstgeborenen aus den Toten“. Damit ist nicht nur gesagt, dass er der erste war dem dies passiert ist. Die Bibel macht klar, dass er durch sein sündloses Leben, das er für uns gelebt hat, vom Tod nicht gehalten werden konnte, der Tod keine Macht über ihn hatte. Jesus hatte zu Lebzeiten deutlich gemacht, dass er „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist.
Ohne den „Weg Jesus“ gäbe es für uns keinen Weg aus dem Tod!
Aber durch ihn ist auch der Weg für uns offen. Wir gehen durch die Tür Jesus ins ewige Leben, wenn wir an ihn glauben, wenn wir unsere Hoffnung und unser Vertrauen allein und ausschließlich auf Jesus Christus setzen.
Wenn wir das tun, dann werden wir, so sagt es die Schrift, so wie Jesus mit einem Auferstehungskörper ausgestattet werden. Das passiert den im Glauben an Jesus Lebenden und den in diesem Glauben auch Verstorbenen. Alle bekommen diesen Körper, in dem sie die Ewigkeit verbringen werden, wenn Jesus wieder kommt. Einen Körper, der keinen Schmerz, keine Krankheit, keinen Tod mehr sehen wird.
Ostern, das wir gefeiert haben, ist mehr als nur eine vage Hoffnung. Ostern ist der Höhepunkt der Geschichte Gottes mit den Menschen auf dieser Welt. Dieser Höhepunkt wird nur noch übertroffen von Jesu Wiederkunft, dem Endgericht und dem neuen Himmel und der neuen Erde und der ewigen Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott.
Foto von Gamze Şentürk: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-holztur-mit-bogen-an-einer-strukturierten-wand-36735008/