Die Erfüllung

veröffentlicht in Sonntagsblog

Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken. Hesekiel 34,16 Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen. 1.Petrus 2,25

Wenn man diese Verse liest, und den Kontext von Hesekiel 34:16, dann stellt sich für Manchen die Frage: Übertreibt Petrus nicht, wenn er das was in Hesekiel angekündigt ist, als schon erfüllt bzw. sich in Erfüllung befindlich deklariert?

»Denn so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich bin es, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen. Wie ein Hirte sich seiner Herde annimmt am Tag, da er unter seinen zerstreuten Schafen ist, so werde ich mich meiner Schafe annehmen und werde sie retten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Und ich werde sie herausführen aus den Völkern und sie aus den Ländern sammeln und sie in ihr Land kommen lassen; und ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, an den Bachrinnen und an allen Wohnplätzen des Landes.«
Hesekiel 34, 11-13

Und wenn er es als in Erfüllung befindlich deklariert, dann gilt das auch noch heute. Auch heute sind wir alle, die Jesus Christus angenommen haben zum Hirten und Beschützer unserer Seelen zurückgekehrt.
Manche würden da heftig widersprechen. Hesekiel spricht vom Volk Israel, nicht von den Heiden.
Und doch spricht Jesus von sich gleich zweimal als dem „guten Hirten“, dem Hirten der zu seinen Lebzeiten nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt ist (Math. 15:24). Der aber auch Schafe von einem anderen Stall holen muss.

»Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein.«
Joh. 10, 11 + 14-16

Jesus sagt das zu den Juden, nicht zu den Heiden. Er ist der Überzeugung, dass er die Erfüllung aus Hesekiel 34 und 37: 22 und 24 ist.

»Und ich mache sie zu einer Nation im Land, auf den Bergen Israels, und ein einziger König wird für sie alle zum König sein; und sie sollen nicht mehr zu zwei Nationen werden und sollen sich künftig nicht mehr in zwei Königreiche teilen.
24 Und mein Knecht David wird König über sie sein, und sie werden alle einen Hirten haben; und sie werden in meinen Rechtsbestimmungen leben und meine Ordnungen bewahren und sie tun.«
Hesekiel 37, 22 + 24

Wenn Jesus dieser Überzeugung ist, und wir glauben, dass er der Sohn Gottes ist, dann müssen wir annehmen, dass in ihm, in seinem Erden-Handeln und in seiner Beauftragung seiner Jünger, die anderen Schafe (aus den Heiden) zu holen, sich die alttestamentlichen Prophetien erfüllen, so wie Paulus es dann in Epheser 2,14ff schreibt:

»Denn er ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung, die Feindschaft, in seinem Fleisch abgebrochen. 15 Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei - Frieden stiftend - in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen 16 und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er die Feindschaft getötet hat.«
Epheser 2, 14-16

Das ist das Heilsgeschehen, von dem Gott im alten Testament spricht. Das mit dem Kommen Jesu in die Welt seinen Anfang genommen und mit seinem stellvertretenden Leiden und Sterben seine Grundlage bekommen hat, und das mit Jesu Wiederkunft, am Ende der Zeit, seine Vollendung findet.
Wenn das kein Grund zur Freude ist, dann gibt es überhaupt keinen Grund.