Gelungene Integration!!!
veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Rut 1,16
Ob der heutige Staat Israel ein rassistischer Staat ist wird viel diskutiert, weil er das Recht der Selbstverteidigung gegenüber seinen tödlichen Feinden wahr nimmt.
Die Fakten sprechen wohl eindeutig gegen diese Behauptung. Ein Viertel der Bevölkerung sind Nichtjuden in Israel und sind als solche auch im Israelischen Parlament vertreten, wenn auch die Parteienzugehörigkeit etc. diese Aufteilung nicht exakt widerspiegelt.
Historisch gesehen hat das Israelische Volk unterschiedliche Phasen durchlebt, die von Integration, von Assimilation, von Durchmischung und von Abgrenzung der Bevölkerung gekennzeichnet war. Das Problem waren nicht die anderen Ethnien, sondern die Götter, die mit den anderen Ethnien kamen, und die die Menschen von dem einen Gott, Jahweh, der der Gott Israels sein wollte und an diesem und durch dieses Volk sich der ganzen Welt offenbaren wollte, abspenstig machten.
Wir kennen den Spruch „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Dieser Spruch wird heute nicht so gern zitiert, weil er scheinbar „stigmatisiert und ausgrenzt“ was man auf gar keinen Fall will. Aber dieser Spruch ist die Jahrhundertelange Erfahrung des Volkes der Juden, die die Konsequenzen dieses Spruches am eigenen Leib erleben mussten, ihre immer stärkere Abgötterei war ihr Untergang.
Ist dann jede Form von Vermischung zu vermeiden?
Unser Eingangsvers ist das beste Beispiel wie es gelingen kann.
Ruth eine Moabiterin die von Natur aus keinen Zugang zu dem Volk Israels haben würde, wird Teil des Volkes und sogar Teil der Familiengeschichte Davids und des Messiases.
Aber was man bei ihr auch sehen kann: Sie integriert sich und assimiliert sich in die Israelische Gesellschaft. Sie wird eine von Ihnen und dies mit allen Konsequenzen.
Sie wird Teil des Volkes: „Dein Volk ist mein Volk!"
Sie wird Teil der Geistlichen Einheit: „Dein Gott ist mein Gott!"
Sie hat Teil an der Kultur und Tradition: „Wo du stirbst, will ich sterben, und dort will ich begraben werden.“ (V17)
Das ist ein berühmtes Beispiel für gelungene Integration.
Später dann in der Zeit des Neuen Testament wird uns von Juden und Judengenossen berichtet. Mit letzteren waren Menschen gemeint, die dem jüdischen Glauben offen gegenüber waren und irgendwann sich zu diesem Glauben bekehrten.
Bis zum heutigen Tag gibt es auch in unserem Land, wenn auch in geringer Zahl Menschen, die aus anderen Ethnien zum Judentum konvertieren.
Da das heutige Judentum nicht missioniert, ist davon auszugehen, dass viele solcher Konversionen aufgrund von Beziehungen besonders bei Eheschließungen passieren.
Wäre das Judentum rassistisch, würde dies ausgeschlossen sein.
Ruth wurde also eine der Urgroßmütter von Jesus, dem Mensch gewordenen Gottessohn, und er ist derjenige dessen Ziel es war und ist, jeden der dies will, in die Familie seines Volkes, des Volkes Gottes, des Israels Gottes hineinzubringen. Wie macht er das?
In dem er das was die Menschen trennt von ihnen nimmt.
Als Adam und Eva im Paradies waren hatten sie vor niemandem Scheu, obwohl sie splitterfasernackt waren.
Nachdem sie gesündigt hatten, sahen sie dass sie nackt waren und sie schämten sich dessen.
Sie versteckten sich vor Gott und auch letztlich voreinander. Sünde ist das was die Menschen am meisten trennt und die Sünde nimmt Jesus durch seinen stellvertretenden Opfertod weg.
Der Unterschiedliche Umgang mit Sünde trennte die Juden von den Heiden.
Erstere hatten eine ganz klare Vorstellung was Sünde ist und letztere hatten ihre eigenen davon abweichende Vorstellung davon, und wie man mit ihr umgeht.
Die Trennung der Juden und Heiden war sogar im Tempel sichtbar. Die Heiden durften nur in den Vorhof, selbst wenn sie an den Gott der Juden glaubten. Erst als vollwertige Juden durften sie in den Tempel.
Paulus sagt, dass Jesus die Trennwand niedergerissen hat, zwischen Juden und Heiden, weil die Antwort auf die Sünde nicht die unterschiedlichen Opfer waren, so viele dies auch sein mochten, sondern einzig und allein das eines Menschen ohne jede Sünde. Und das war Jesus selbst.
ER ermöglicht die vollständige Integration, denn er ist das Zentrum, um das herum sich alle Menschen, die an Ihn glauben, reihen und ausrichten.
Jeder menschliche Integrationsversuch egal in welchem Umfeld scheitert. Der Zerfall des Ostblocks hat dies überdeutlich gezeigt. Jeder Zwang scheitert früher oder später. Allein der freiwillige Schritt eines Menschen in die Nachfolge Jesu macht aus ihm ein Glied am Leibe Jesu, ein Teil seines Volkes, ohne wenn und aber.
Foto von Diva Plavalaguna: https://www.pexels.com/de-de/foto/hande-festhalten-halten-begrifflich-6147357/Weiterlesen