Gott, lass deine Gnade nicht vorbeigehen!

veröffentlicht in Sonntagsblog

Herr, hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh nicht an deinem Knecht vorüber. 1.Mose 18,3

Sagt der Patriarch Abraham zu Gott, als dieser ihn in der Gestalt von 3 Männern besucht. Schon damals liebte es Gott seine Dreiheit immer wieder anzudeuten.
Er kommt, um Abraham anzukündigen, dass er binnen eines Jahres einen Nachkommen von der Sarah haben würde.
Und ebenso teilt er ihm mit, dass er Sodom und Gomorrha vernichten will.
Dass Gott diese Nachrichten bringen würde, wusste Abraham nicht. Er wusste nur, dass der HERR da ist und er wusste, dass es eine Gnade ist, wenn er in das Leben von Menschen trat.
In unserer Gesellschaft und ihrem Denken ist Gott so auf die Seite geschoben, so klein gemacht, dass wir wirklich keine Ahnung davon haben, wer Gott eigentlich ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass unsere großen Kirchen den menschgewordenen Sohn Gottes gerne klein, als kleines Kind in der Krippe, als kleines Kind auf dem Arm der Maria darstellen.
Und da können wir leicht vergessen, wer Jesus wirklich ist. Er sitzt zur Rechten des Vaters, er ist seine rechte Hand, er handelt und regiert zum gegenwärtigen Zeitpunkt und er ist der Herr über alle Herren, der König über alle Könige. Vor ihm muss sich jedes Knie beugen und wird sich jedes Knie beugen, ob es das will oder nicht.
Und die Gnade, wenn Jesus in unser Leben tritt, ist nicht kleiner als zur Zeit Abrahams.
Ihm war er gnädig, nahm seine Gastfreundschaft an, verweilte bei ihm eine längere Zeit, denn ein Kalb zu schlachten und zuzubereiten dauert seine Zeit, selbst für einen geübten Koch.
Gott war sogar bereit gnädig zu sein, wenn sich in den Städten 10 gerechte gefunden hätten. Aber selbst das war zu viel erwartet für diese verkommenen Orte.
Orte in denen die männlichen Gäste von Lot, dem Neffen von Abraham, der dort wohnte, nicht sicher waren. Denn alle Bewohner der Stadt Sodom wollte sich an den beiden vergehen, sie vergewaltigen. Es war also ein Ort, in dem Homosexualität gelebt und diese Männer als „Frischfleisch“ betrachtet wurden, mit denen man seinen Spaß haben wollte.
Wie weit sind diese Städte von unserer heutigen Gesellschaft noch entfernt?
Und keine zehn Gerechte wurden dort gefunden, das war die Zahl, auf die Abraham Gott heruntergehandelt hatte. Und sie wurden nicht gefunden. Gott war bereit Gnade walten zu lassen. Aber diese Städte gaben ihm keinen Anlass, da war keine Buße, kein Empfinden mehr für Recht und Ordnung. Pure Willkür und Gewalt, die das Gericht Gottes forderten.
Wir erleben heute keinen Tag, der nicht neue Details des Epstein-Netzwerkes und seiner Machenschaften offenbart. Und vieles was unsagbar und undenkbar ist, wird noch im Verborgenen gehalten.
Obwohl wir uns auf eines verlassen können, dass „nichts verborgen ist, was nicht offenbar werden wird“ (vgl. Matth. 10:26).
Diese Welt braucht die Gnade Gottes, die auch Abraham braucht, und sie ist in Jesus Christus schon gekommen.

»Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen«
Titus 2:11

Sie bringt nicht nur Gnade, Gottes Versöhnung, sondern

»... unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf«
Titus 2:12

Und sie sagt uns auch, wie wir das machen sollen, nämlich

»... indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus erwarten.«
Titus 2:13

In der Haltung der Erwartung des Wiederkommens Jesu, also im Blick auf die Zukunft in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, können wir Abstand nehmen von den Verführungen und Begierden einer ungerechten und gewalttätigen Welt.
Ich wünsche dir, dass du Gottes Gnade in deinem Leben erlebst und sie dich in der oben beschriebenen Weise leitet.
 

Foto von Tomas Anunziata: https://www.pexels.com/de-de/foto/luftaufnahme-von-buschen-auf-sandfeld-3876435/