Todesgefahr – Nahtoderfahrungen – Totenauferweckungen?
veröffentlicht in Sonntagsblog
HERR, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren. Psalm 30,4 Jesus rief mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Johannes 11,43-44
Manche Berichte oder Schilderungen in der Bibel stellen uns vor die Frage. Was sagt der Text aus, was will er aussagen, wo beginnt Bildsprache und wo handelt es sich um einen Tatsachenbericht?
Wir haben es hier beim Losungs- und Lehrtext mit genau diesem Sachverhalt zu tun. Ein Psalm kann eine Tatsache berichten, oder aber in poetisch bildhafter Sprache eine Situation beschreiben, die eine Stimmungslage wieder gibt.
Der Psalm ist geschrieben von David. Und wir wissen, dass er mehrfach in Todesgefahr war, wie z.B. im Kampf gegen die Philister. In einer Schlacht war er ermattet und der Philister Jischbi, ein Rafaiter, ein Riese, war im Begriff ihn zu erschlagen. Sein Verwandter Abischai rettete David in dieser Situation vor dem sicheren Tod. (vgl. 2.Sam. 21:15ff)
Eine weitere Geschichte, die auf eine Gefahr für David hinweisen könnte, ist die Situation, die entstand, als David mit Bathsheba Ehebruch beging und ihren Mann auf eine tödliche Mission schickte. Seine Schuld machte ihm so zu schaffen, dass er unter heftigen psychosomatischen Erkrankungen litt.
Psalm 30 gibt noch einen Hinweis, was ebenso geschehen sein konnte. David beschreibt, dass er leichtsinnig und sorglos wurde. Und er erlebt, dass Gott ihm seine Nähe entzieht, ihm deutlich macht wer eigentlich der Herr seines Lebens ist.
Wir sehen hier also, dass wir in Ps. 30:4 mehrere Ebenen der Deutung haben können. Die erste ist die tatsächliche Todesgefahr, wo der gerettete den sicheren Tod vor Augen hat. Die Zweite ist die Todesgefahr durch Krankheit, die unvermeidlich zum Tod führen würde. Und die Dritte ist die des geistlichen Todes, der totalen Entfremdung von Gott.
Der Losungtext macht mit dem Kontext klar: hier gibt es nichts zu deuten. Jesus hatte seine Ankunft beim Grab von Lazarus so lange herausgezögert, dass es offensichtlich war. Lazarus war nicht sinnbildlich tot, sondern wirklich und wahrhaftig. Seine Schwestern sprachen davon, dass er schon stinkt, die Verwesung also schon voll im Gange war.
All die anderen Totenauferweckungen, die uns in den Evangelien berichtet werden, sind Auferweckungen, die innerhalb von Stunden nach dem Dahinscheiden des Menschen geschahen.
Hier war es anders. Da gab es keine Möglichkeit einen Scheintod zu postulieren. Nein Lazarus war so tot wie ein Mensch nur tot sein konnte. Und Jesus sagt: Es ist gut so, wie es ist.
Er wollte deutlich machen, dass er tatsächlich die Toten wieder auferwecken kann, und auch auferwecken wird. Sogar diejenigen die schon lange zu Staub zerfallen sind.
In der Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus, sagt der Reiche: Schicke Lazarus zurück, damit er meine Brüder warnt vor dem, was ich erleide. Und Abraham, den der Reiche adressiert, sagt ihm: Sie haben Mose und die Propheten, wenn sie die nicht hören dann werden sie auch nicht auf Lazarus hören.
Und als dann Jesus seinen Freund Lazarus tatsächlich vom Tod auferweckt passiert genau das, was Abraham in der Geschichte voraussagt. Die Leute hören nicht auf Lazarus, wenn sie sich von Gottes Handeln nicht überzeugen lassen wollen. Wer im Unglauben und in der Rebellion bleiben will, wird nicht hören, auch wenn er mit der Nase auf die Beweise gestoßen wird. Im Falle von Jesu Freund Lazarus, war es so, dass sie sowohl Jesus als auch Lazarus aus dem Weg räumen wollten, um nicht glauben zu müssen.
Dennoch ist es nicht falsch, wenn wir erwarten, dass Gott Menschen nicht nur aus dem geistlichen, sondern auch aus dem physischen Tod, auferweckt oder vor diesen rettet. Auch wenn wir wissen, dass wir in dieser Welt und in unserem irdischen Leib keine bleibende Stadt haben und wir, schlussendlich sterben werden, wenn Jesus nicht vorher wieder kommt und uns einen neuen Leib gibt.
Jesus sagt der Ihm entgegeneilenden Marta:
» ... Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; 26 und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?«
Joh. 11: 25
Egal ob wir um einen verstorbenen ringen und Gott anflehen ihn wieder ins Leben zurückzuholen, oder ob wir um einen Menschen beten, der geistlich tot ist. Eines bleibt! Jesus ist in jedem Fall derjenige, der lebendig macht. Der Glaube an Jesus, den für unsere Sünde gekreuzigten, gestorbenen und auferstandenen Gottessohn allein, kann leben geben, hier und in Ewigkeit. Es gibt keinen anderen Namen, in dem wir gerettet werden können.
Das gilt für jede Form von Todesnot, die wir erleben können. Glaube an den HERRN Jesus Christus so wirst du gerettet.