Evidenz basierter Glaube!
veröffentlicht in Sonntagsblog
Gideon sprach zu dem HERRN: Hab ich Gnade vor dir gefunden, so mach mir doch ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet. Richter 6,17 Nikodemus sprach zu Jesus: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Johannes 3,2
Im alten Testament gibt es eine Geschichte, in der der Prophet Elia seinen Knecht ausschickt, um Ausschau zu halten nach einer Veränderung am Himmel. Ob nach 3 Jahren wolkenlosem Himmel sich vielleicht etwas zeigt. In dieser Zeit des Wartens geht Elia auf die Knie mit dem Rücken zu dem „Wettergeschehen“ das er erwartet. Er betet, dass Gott den verheißenen Regen sendet. Und als der Diener ihm eine kleine Wolke am Himmel berichtet wird, so groß wie eine Hand, da weiß er, dass der Regen kommt. Und er eilt zum König Ahab, um ihm vor dem kommenden Regen zu warnen.
Es gibt von vielen Orten, in der westlichen Welt, Berichte, dass insbesondere Junge Männer, sich dem Glauben zuwenden. Diese schaffen’s allerdings nicht in unsere News. Und selbst für uns Christen sind sie oft wie die kleine Wolke an Elias Himmel.
Und es fällt uns schwer, obwohl wir für Erweckung gebetet haben, wie viele andere Gemeinden auch, zu glauben, dass da wirklich Regen kommt, ein himmlischer Regen.
Aber es scheint so, dass auch in unserem Jahrhundert Menschen zum Glauben an den lebendigen Gott finden, weil dieser Gott sie zieht, weil er an ihren Herzen arbeitet.
Dabei steht der Glaube an Gott zu keiner Zeit im Widerspruch zu Intellekt / Vernunft / Wissenschaft. Er ist, so sagt es Paulus in Römer 1 eine mögliche Auswirkung von Wissenschaft, von Forschung und Beobachtung. Denn dort führt er aus, dass der Mensch eine „natürliche Offenbarung oder Kenntnis“ von Gott haben kann, und zwar in dem Gemachten. Die entscheidende Frage ist nicht: Kann man Gott erkennen oder nicht? Sondern: Was machen wir mit der Erkenntnis?
Geben wir dem Schöpfer die ihm gebührende Ehre und den gebührenden Dank, oder vergöttlichen wir, weil wir den Schöpfer nicht ehren und ihm nicht danken wollen, das Geschaffene und werden zu Materialisten. Die der Materie die Allmacht, die Gott gehört, zuschreiben.
Gideon erhält eine spezielle Gottesoffenbarung und man sollte denken, dass er sich damit zufriedengibt. Aber selbst er will einen evidenzbasierten Glauben haben. Er will von Gott JAHWE ein Zeichen, einen Beweis, dass er es wirklich ist.
Und Gideon ist nicht der Einzige, der so handelt. Abraham will von Gott ein Zeichen, Mose, David, Hiskia, und Gott selbst bietet Ahas ein Zeichen an. Gott ist gewillt uns Zeichen seines Handelns, seiner Identität zu geben. Wenn wir mit ehrlichem Herzen ihn bitten, mit der Bereitschaft, uns von den Zeichen überzeugen zu lassen.
Jesus schollt nicht seine jüdischen Zeitgenossen, dass sie von ihm Zeichen fordern, sondern, dass sie, obwohl schon genügend Zeichen unter ihnen geschehen waren, ihre Herzen ihm gegenüber verhärtet hatten. Deshalb sagt er ihnen, dass ihnen nur ein Zeichen gegeben wird, das Zeichen des Jona. Womit er seinen eigenen Tod und seine Auferstehung ankündigte. Und daran würden sie sich genauso ärgern, würden es leugnen, was sie bis zum heutigen Tag tun.
Wir müssen unseren Verstand nicht an der Garderobe abgeben, wenn wir in die „Kirche gehen“ und glauben wollen.
In Hebr. 11:1 lesen wirklich
»Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.«
Hebr. 11:1
Man könnte es auch anders formulieren:
„Der Glaube ist ein Erwarten mit Gewissheit von schon geschehenen Dingen, eine Überzeugung von dem, was man (noch) nicht sehen kann.“
Die schon geschehenen Dinge sind das stellvertretende Erlösungsopfer für uns und unsere Sünden. Wir erwarten mit Gewissheit, dass das auch für uns gilt, für uns wirksam ist, und sich für uns jetzt und in Ewigkeit auswirkt. Das ist dann der zweite Teil, das „Überzeugt sein“ von dem, was man (noch) nicht sieht, was aber kommen wird, weil der erste Teil eine schon geschehene Wirklichkeit und Substanz hat. Dieses Geschehen ist geschichtlich verankert und wurde zum alltäglichen Referenzpunkt für alle Menschen: Jesu Geburt. Er wurde zu einer unbestreitbaren historischen Realität, zu einer Substanz, einer Grundlage, nämlich der Grundlage unseres Glaubens.
Wenn wir unser Denken für die Wirklichkeit der geistlichen Welt öffnen, dann kann unser Denken auch überzeugt werden. Das Problem des Menschen des 21. Jahrhunderts ist, dass er meint, dass das weder geht noch erlaubt ist, wenn er intellektuell redlich sein will. Das jedoch ist ein Trugschluss. Man kann, wenn man einen Teil der Wirklichkeit ausklammert, niemals der ganzen Wirklichkeit gerecht werden.
Wenn unser Verstand und der Glaube an Gott sich ausschließen würden, warum sollte er uns dann diesen gegeben haben. Wenn Wissenschaft und eine vertrauensvolle Gottes-Beziehung unvereinbar wären, warum hat Gott sie dann im Paradies schon begründet, dadurch dass er ihnen den Auftrag gab die Tiere zu benennen? Um dies tun zu können mussten die Menschen die Tiere untersuchen, sie analysieren und kategorisieren, um sie schließlich benennen zu können!