Ohne Angst vor Gottes Zorn

veröffentlicht in Sonntagsblog

In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich. Jesaja 60,10 Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus. 1.Thessalonicher 5,9

Jeder, der diese Verse liest, kann nicht umhin, sich zu fragen, für wen das gilt, was hier steht.
Es ist von Zorn die rede, in dem jemand schlägt, zu dem jemand bestimmt bzw. nicht bestimmt ist.
„Wenn es um Zorn geht, dann kann das“, so denken die meisten evangelischen Christen inzwischen, „nichts mit Gott zu tun haben. Denn Gott ist Liebe, und die schließt den Zorn aus.“
Aber, wer die Bibel nicht nur vom Hören-Sagen kennt, weiß, dass solche wohlklingenden Aussagen nichts mit der biblischen Realität zu tun haben. Der weiß, der biblische Gott kann auch Zorn entwickeln, ja es ist sogar sicher, dass er zornig ist, denn sein Wort sagt:

»Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.«
Joh. 3: 36

Gott ist zornig über jeden der seinen Sohn Jesus Christus als Herrn und Erlöser ablehnt.
Warum?
Der dreieinige Gott hat sich entschieden das Elend des Menschen, sein immer wieder und fortgesetzt „sündigen müssen“ an der Wurzel anzugehen. Er hat seinen Sohn für uns und unsere Sünde als Sündopfer sterben lassen. Dieser hat nicht nur in seinem Leib die Sünde ans Kreuz getragen, nein er ist auch für uns zur Sünde gemacht worden, um die Sünde zu richten. Und in seinem Tod und in seiner Auferstehung hat er sowohl unsere Sündennatur mit in den Tod genommen als auch die Kraft der Auferstehung wirksam werden lassen, durch die wir ein neues Leben und die Gotteskindschaft bekommen.
Das ist das ganze Heils-Paket, das Gott uns in Jesus Christus anbietet. Und wer dieses Heils-Paket schnöde abweist der bleibt unter dem Zorn Gottes, der zornig auf die Sünde und auf den Sünder ist.
Das ist der Hintergrund für die obigen Verse. Gott hat Israel in seinem Zorn geschlagen, weil dieses Volk ihn über ein Jahrtausend hinweg durch seine Halsstarrigkeit und Rebellion zu diesem Zorn gereizt hat, sodass er es schlussendlich aus seinem Land ausriss und in die babylonische Verbannung schickte.
Seine Gnade war einerseits, dass er sie nach 70 Jahren wieder in ihr Land zurückbrachte, aber die war, wenn man so will, nur ein kleiner Vorgeschmack auf, das was noch kommen sollte. Er hatte während der ganzen Zeit der Halsstarrigkeit und Rebellion seinen Gesalbten, seinen Messias angekündigt, der ihr Herz neu machen würde, der ihnen einen neuen Bund geben würde. Der es denen, die ein neues Herz und einen neuen Geist haben würden, auch ermöglichte tatsächlich in Treue und Glauben mit ihm zu leben.
Als die angekündigte Zeit erfüllt war, alles für das Kommen dieses Messias bereit war, da sandte er seinen Sohn, der in Ewigkeit schon bei ihm war, in die Zeit und in die Welt, um das zu tun, was wir schon betrachtet haben: Für uns zu sterben.
Wer ihn annahm und auch heute noch annimmt, als diesen Erlöser, der hat eine neue Natur, und eine neue Existenz. Er ist ein Kind des Tages, des Tages Gottes, des Lichtes. Er ist so sagt es der Evangelist Johannes im ersten Kapitel seines Evangeliums, Kind Gottes geworden. Und als solches ist er nicht mehr unter dem Zorn und auch nicht mehr zum Zorn bestimmt. Das Thema Zorn Gottes hat seinen Schrecken verloren.
Wir dürfen aufatmen, zur Ruhe kommen, alle Furcht und Sorge ablegen. Wir finden tatsächlich Ruhe für unsere Seele. Denn weder Schuld noch Versagen können uns mehr aufschrecken, der Schuldschein ist zerrissen, die Anklage wird fallen gelassen und wir werden frei gesprochen.
Wer das begriffen hat, kann nur noch für diesen Jesus leben wollen, kann nur noch wollen, dass möglichst viele von dieser guten Nachricht hören und sie annehmen. Werden wir noch Fehler machen? Mit ziemlicher Sicherheit! Und wir werden wahrscheinlich auch noch immer wieder von der Sünde überlistet werden. Aber wir müssen nicht mehr in den Fehlern und in der Sünde verharren. Wir können sofort wieder aufstehen, weil wir wissen, dass Jesus alle unsere Schuld bezahlt hat, die vergangene, die gegenwärtige und die zukünftige.